Was ist Social Media?
Eine kurze Einführung und ein Überblick über die wichtigen Social Networks

Social Media sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Welche sozialen Netzwerke es gibt, was die Ursprünge von Social Media sind und welche negativen Auswirkungen soziale Medien haben können, erfährst du in diesem Artikel.

Social Media

Über 50% der weltweiten Bevölkerung sind aktive Social Media User. 

Allein diese Statistik verrät, welchen enormen Einfluss Social Media auf unser Leben mittlerweile genommen hat. Soziale Netzwerke beeinflussen nicht nur unsere Kaufentscheidungen sondern auch Wahlen. Sie beeinflussen, wie wir Urlaub machen und wie wir unsere Wohnung einrichten. Social Media sind für viele Menschen zur Hauptinformationsquelle geworden und haben die klassischen Nachrichtensendungen längst abgelöst.

Social Media sind also zu einem Phänomen geworden, die unser aller Leben umspannen.  

Was ist Social Media?

Social Media ist der Sammelbegriff für unzählige Websites und Apps, die sich dadurch auszeichnen, dass User dort selber Inhalte erstellen können.

Social Media wird daher auch als Web 2.0 oder das sogenannte Mitmach-Web bezeichnet. Im Gegensatz zum Web 1.0 konsumiert der User nicht nur passiv Inhalte, sondern produziert selbst Inhalte.

Möglich wurde diese durch neue Technologien, die das Erstellen von Inhalten vereinfacht haben und dies so auch Menschen ohne Programmierkenntnisse ermöglichten.

Ursprünge von Social Media: Blogs und Foren

Der Ursprung dieser Web 2.0 Anwendungen waren Blogs. Wordpress und andere Anbieter schufen erstmals die technischen Bedingungen, die es einer großen Zahl an Menschen ermöglichten eigenen Inhalte zu erstellen. Foren sind ein weiterer Vorläufer von heutigen Social Networks.

Screenshots Foren und Blogs

Der Durchbruch: Social Networks


Den Durchbruch schaffte das Web 2.0 aber mit den Social Networks, welche User auf noch einfachere Art und Weise ermöglichten sich selber zu präsentieren. MySpace war hier eines der ersten erfolgreichen Social Networks, wurde später aber von Facebook abgelöst. Spätestens mit Facebook erreichten soziale Netzwerke die breite Masse.

Screenshots MySpace und Facebook

Mittlerweile ist Social Media ganz selbstverständlich in unseren Alltag integriert.

Neben der Kontaktpflege ermöglichen Web 2.0 Services, wie Wikis, aber auch z.B. kollaboratives Arbeiten und das gemeinsame Erstellen von Inhalten.

Die neuesten Social Media Anwendungen, wie TikTok oder Instagram, zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Trend der mobilen Nutzung folgen und grundlegend als App für das Smartphone konzipiert sind.

Die bekanntesten Social Networks

Facebook

Facebook ist weltweit das größte und bekannteste Social Network.

Mit Facebook wurde Social Media erstmals zum Mainstream-Phänomen und Facebook war auch das erste soziale Netzwerk mit über 1 Milliarde Nutzer*innen. Mittlerweile hat Facebook fast 3 Milliarden User weltweit. Die Nutzerzahl ist im zweiten Quartal 2022 aber erstmals gesunken.

Dank Werbung auf der Plattform verdient Facebook mittlerweile über 70 Milliarden US-Dollar pro Jahr. 

Instagram

Instagram, das, wie Facebook ebenfalls zum Meta-Konzern gehört, ist eine visuelle Storytelling-Plattform und hat weltweit über 1 Milliarde User.

Beliebte Themen auf Instagram sind Food, Fitness, Travel und Lifestyle. Ursprünglich eine reine Foto-Plattform finden sich dort mittlerweile aber auch zu einem großen Teil Videoinhalte.

Instagram ist die beliebteste Plattform unter den Millenials.

TikTok

TikTok ist eine reine Video-Plattform und das momentan am stärksten wachsende Social Network.

Das vom chinesischen Unternehmen ByteDance betriebene Social Network ist in der Generation Z sehr beliebt. Ein ausgeklügelter Algorithmus versorgt diese mit einem nicht enden-wollend Stream an kurzen Videos.

YouTube

YouTube ist die weltweit bekannteste Videoplattform. User können sich auf YouTube kostenlos Videoclips ansehen und auch selber hochladen.

Gerade unter den Jüngeren ist YouTube beliebter als klassisches Fernsehen und sogenannte YouTube-Stars bekannter und beliebter als klassische Hollywood-Stars. Geld verdient YouTube durch Werbung, die vor den Videos abgespielt wird. Dadurch können auch sogenannte Content Creator mit ihren Videos Geld verdienen.

YouTube ist mittlerweile auch die zweitmeistgenutzte Suchmaschine. Viele Menschen gehen nicht auf Google, wenn sie eine Frage haben, sondern sie suchen die Lösung dafür auf YouTube.

Snapchat

Instagram Stories und TikTok haben Snapchat mittlerweile etwas den Rang abgelaufen. Unter den Jugendlichen ist Snapchat aber weiterhin ein beliebter Messenger. Inhalte sind auf Snapchat mit einem Ablaufdatum versehen und nur eine gewisse Zeit lang verfügbar.

Anfangs war diese vergänglichen Inhalte ein revolutionäres, neues Konzept, welches von Instagram aber bald mit den Instagram Stories kopiert wurde.

Pinterest

Pinterest bezeichnet sich selbst als Inspirationssuchmaschine.

Während du bei Google schon wissen musst, nach was du suchst, kannst du dich bei Pinterest zu verschiedenen Themen inspirieren lassen. Die gefundenen Inhalte kannst du wiederum auf sogenannten Boards sammeln. Pinterest User sind überwiegend weiblich. Beliebte Themen sind Fashion, Hochzeiten und Reisen.

Twitter

Twitter ist ein sogenannter Mikrobloggingdienst.

User können mit Twitter Kurznachrichten für ihre Followers veröffentlichen und mit diesen kommunizieren. Ursprünglich waren die Nachrichten auf 140 Zeichen beschränkt, mittlerweile sind aber auch wesentlich mehr Zeichen möglich und auf Fotos und Videos können eingebunden werden.

LinkedIn

LinkedIn ist das größte Social Network zur Pflege beruflicher Kontakte. Über 800 Millionen User sind auf der Plattform aktiv und nutzen das Netzwerk zur Jobsuche, zur Erweiterung ihres Netzwerks und zum Stärken der eigenen Reputation.

Reddit

Reddit ist ein riesiges Onlineforum, in dem über alle möglichen Themen kommuniziert wird. Die Themen sind in sogenannten „Subreddits“ organisiert. User können die Beiträge anderer User als positiv oder negativ bewerten und so nach oben oder unten voten.   

Twitch

Die Live-Streaming-Plattform Twitch ist vor allem unter Gamern sehr beliebt. Diese können sich dort live beim Videospielen streamen und über einen Chat mit den Zuschauer*innen kommunizieren. Darüber hinaus sind auf Twitch aber mittlerweile auch IRL („in real life“) Inhalte und Channels sehr beliebt.  

Discord

Discord stammt ebenfalls aus der Gaming-Szene und wurde ursprünglich dafür entwickelt sich während des Computerspielens parallel über einen Chat oder per Sprachkonferenz mit den Mitspieler*innen auszutauschen. Mittlerweile wird Discord aber auch für andere Bereiche genutzt.

WhatsApp

Instant-Messaging-Apps, wie WhatsApp, zählen nur bedingt zu Social Media. Der Austausch erfolgt hier nämlich großteils privat, entweder one-to-one oder in privaten Gruppen.

BeReal

Der neueste Hype unter den Social Media Plattformen ist BeReal. Diese Social Media App hat es sich zum Ziel gesetzt authentische Inhalte wieder mehr zu fördern. 

Dazu sendet die App einmal am Tag eine Aufforderung an die User, genau in diesem Moment ein Foto hochzuladen. Noch dazu hat man dafür nur zwei Minuten Zeit. Das Foto bleibt dann 24 Stunden online. Nur wenn man selber ein „BeReal“ hochgeladen hat, kann man auch die Fotos der Freund*innen sehen. 

Video Killed the Radio Star

Zur Anfangszeit von Social Media wur vor allem Texte und Bilder ausgetauscht.

Mittlerweile ist Video das Hauptmedium in Social Media geworden. Beeinflusst wurde dies durch die Weiterentwicklung des mobilen Internets, das das Streamen von Videos ermöglichte, sowie durch die Weiterentwicklung von Smartphones, die das Produzieren von hochwertigen Videos wesentlich vereinfacht haben.

Besonders auffällig ist diese Entwicklung momentan auf Instagram. Auf der Plattform, die früher eine reine Foto-App war, finden sich fast großteils nur mehr kurze Videos.

Social Media Marketing

Dass Menschen viel Zeit in Social Media verbringen, macht die Social Networks natürlich auch für Unternehmen interessant.

Auch diese versuchen in sozialen Netzwerken präsent zu sein, mit den potenziellen Kunden zu kommunizieren und natürlich vor allem auch sich selbst darzustellen.

Die wichtigsten Social Networks für Unternehmen sind momentan noch Facebook und Instagram. TikTok ist aber immer mehr am Kommen.

Mehr über Social Media Marketing erfährst du in meinem Artikel: „Social Media Marketing“.

Werbung in Social Media

Während Social Media ganz am Anfang werbefreie Zonen waren, ist Werbung mittlerweile auf fast allen Social Networks omnipräsent.

Dies ist auch Hauptgeschäftsmodell der meisten Social Media Plattformen. Unternehmen können sich zwar auf fast allen Plattformen gratis einen Account bzw. eine Unternehmensseite anlegen, doch durch die hohe Konkurrenz durch Influencer*innen und Content Creator ist es für Brands sehr schwierig geworden, Follower*innen zu gewinnen und organische Reichweite zu erzielen.

Deshalb bieten die Social Networks eben auch die Möglichkeit Werbung zu schalten und so ihre Inhalte zu promoten. Der große Vorteil ist hier, dass Facebook, Instagram, TikTok und Co. riesige Datenmengen von ihren User*innen zur Verfügung stehen. Diese Datenmengen erlauben es ihnen die Werbung ganz gezielt an die gewünschte Zielgruppe auszuspielen.

Social Media Ads sind daher wesentlich treffsicherer als klassische Fernsehwerbung.

Neue Berufe entstehen dank Social Media

Neuer Beruf: Influencer*in und Content Creator

Soziale Netzwerke ermöglichen es sich mit anderen zu connecten aber auch sich selbst zu präsentieren.

Social Media erlaubt es somit heutzutage jedem selber zum Medium zu werden, sich ein Publikum aufzubauen und damit Geld zu verdienen, sei es auf Instagram, Twitter, YouTube, Facebook, TikTok oder als Blogger*in.

Dadurch sind in den letzten Jahren zwei völlig neue Berufszweige entstanden: Influencer*in und Content Creator.

Bei YouTube können die eigenen Inhalte direkt dank Werbung, die vor den Videos geschalten wird, monetisiert werden. Auf anderen Plattformen werden Inhalte oft von Unternehmen, deren Produkt dann im Beitrag präsentiert wird, gesponsert.

Influencer*in ist mittlerweile in den USA sogar der Berufswunsch Nummer 1 unter Jugendlichen.

Neuer Beruf: Social Media Manager*in

Auch das Verwalten und Betreuen von Social Media Channels für Unternehmen ist mittlerweile ein eigener Beruf geworden, für den es auch bereits Ausbildungen gibt. (Siehe: Social Media Marketing Ausbildung)

Social Media Manager*innen verfassen Postings, kreieren Content, beantworten Kommentare und monitoren die Social Media Channels ihres Unternehmens. (Siehe: Alle Infos zum Beruf Social Media Manager*in)

The Downsides of Social Media

Social Media hat auch viele negative Auswirkungen. Die Kritik an Social Networks hat in den letzten stark zugenommen. Kritisiert werden vor allem diese drei Punkte:

Datenmissbrauch durch Social Networks

Social Media Plattformen sind zuallererst mal riesige Datenkraken, die sehr viele Daten über ihre Nutzer*innen sammeln. Diese Daten nutzen sie, um den User*innen zielgerichtete Werbung auszuspielen. 

Social Media machen süchtig

Social Media haben weiters ein sehr hohes Suchtpotenzial. Je öfter und je länger User*innen Social Media Plattformen nutzen, umso mehr Werbung kann die jeweiligen Plattform dem User ausspielen und somit mehr Geld verdienen. Es ist also im ureigensten Interesse der Social Networks, dass die User dort möglichst viel Zeit verbringen.

Social Media sind daher so konzipiert, dass die User unterbewusst belohnt werden, wenn sie aktiv sind. Psychologische Trigger werden genutzt, damit die User*innen immer wieder zurückkommen. 

Social Media spalten unsere Gesellschaft

Social Media werden auch stark dafür kritisiert, dass sie zu einer Spaltung der Gesellschaft führen. Social Media sind nämlich auch so konzipiert, dass man vor allem Inhalte zu sehen bekommt, die die eigenen Meinung noch verstärken. So entsteht eine sogenannte filter bubble, in die gegenteilige Meinungen nicht mehr eindringen. 

Netflix-Doku: The Social Dilemma

Die Netflix Doku The Social Dilemma beleuchtet die negativen Auswirkungen von Social Media und zeigt die Mechanismen sehr gut auf. 

Das Metaverse: Die Zukunft von Social Media?

Das sogenannte Metaverse wird oft als die Zukunft von Social Media bezeichnet.

Das Metaverse ist ein digitaler Raum, der durch das Zusammenwirken von virtueller, erweiterter und physischer Realität entsteht (siehe Wikipedia). Dank VR-Brillen können sich Menschen im Metaverse aufhalten und dort mit anderen Menschen kommunizieren. Sie sind dabei aber nicht an ihre eigene, psychische Erscheinungsform gebunden sondern können auch einen Avatar kreieren, als der sie das Metaverse betreten.

Laut Mark Zuckerberg, dem Gründer von Facebook, teilen wir in Zukunft keine Fotos und Video mehr, sondern reale Momente. Aus diesem Grund investiert der Meta-Konzern daher sehr stark in die Bereiche Virtual Reality und versucht auch bei der Entwicklung des Metaverse federführend zu sein.

Wie sich das Metaverse weiterentwickelt, ist momentan aber noch sehr schwer vorhersehbar.

Trotz vieler negativer Entwicklungen und Auswirkungen, die Social Media hat, so glaube ich doch weiterhin an die positive Kraft, die Social Media ebenso haben kann. Diese positive Kraft war es auch, die mich 2010 in den Bann von Social Media gezogen hat und so auch mein Leben und meine Karriere enorm beeinflusst hat. 

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